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GRU_Grüner Weg, Köln-Ehrenfeld

gru_home-office

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Vulkangelände entsteht ein neues Stadtquartier in dem Arbeiten und Wohnen konzeptuell kombiniert wird. Der städtebauliche Ansatz und verschiedene Typologien schaffen die Möglichkeit  dem Stadtteil Ehrenfeld eine  zukunftsorientierte Entwicklung zu geben.

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Auftraggeber: GAG Immobilien AG
Mehrfachbeauftragung:Preisgruppe 2009
Aussenraum:scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Grundstücksfläche: 22.585qm
BGF: 32.694qm
GFZ: 1,45
GRZ: 0,30

Städtebauliche Charakteristik

Die städtebauliche Grundkonzeption der von ASTOC Architekten und Stadtplanern vorgeschlagenen Punkthausstruktur bildet in dem vorhandenen Kontext eine adäquate und innovative Möglichkeit, Wohnen und Arbeiten zu etablieren und zu verbinden. Geringfügige Änderungen der Baukörperformen und der Stellung der Baukörper zueinander verstärken die Zielsetzung der räumlichen und funktionalen Durchlässigkeit bei gleichzeitiger Bildung kleiner Nachbarschaften. Die präzise Setzung der Baukörper erzeugt offene heterogene Binnenräume.

Hauptaugenmerk wird auf die Charakteristik des neu geschaffenen Quartiers gelegt. Durch die Verwendung von unterschiedlichen, jedoch grundsätzlich einfachen Materialien und von gebäudetypischen Stilmittel  in ungewohntem Kontext wird dem Lebensgefühl des flexiblen, mobilen Großstadtmenschen Rechnung getragen. Menschen in allen denkbaren Beziehungs- und Familienkonstellationen wird die Möglichkeit geboten, in neu interpretiertem urbanen Kontext zu leben und zu arbeiten.
Es entsteht ein funktionierendes und belebtes Stadtviertel im 24/7 Betrieb.

Konzeptionelles Mischgebiet

Das Zusammenspiel von Planungsrecht, Lage in der Stadt und der Nachbarschaft zum Vulkangelände schafft die Möglichkeit, in größerem Umfang zeitgemäßes „Urban Living“ zu realisieren und dafür geeignete Wohn-/Arbeitsformen zu finden. Ziel ist es, den speziellen Bedürfnissen der Mieterzielgruppe gerecht zu werden und adäquate Wohnformen in einem ihnen entsprechenden Umfeld anzubieten.

Den besonderen Bedingungen vor Ort trägt Rechnung:

1. Die vorgegebene Dichte und Stadtstruktur in ihrer Heterogenität und Individualität.
2. „Spezielle“ Gebäudezuschnitte sowohl für Wohnungen,  Gewerbeflächen und Mischformen in stabilen, flexiblen und nicht determinierten Grundstrukturen.
3. Das äußere Erscheinungsbild der verschiedenen Baukörper, in denen Gestaltungselemente, die für beide Gebäudetypologien prägend sind, zu einem neuen Erscheinungsbild verschmelzen.
4. Leichte Anpassungsmöglichkeiten der Nutzungsverteilung im laufenden Entwicklungsprozess und nachträgliche Veränderungsmöglichkeiten.

Typologien

Die verschiedenen Typologien basieren auf einer Grundstruktur: An den innen liegenden Erschließungskern schließt sich eine Versorgungszone an. In engem Zusammenwirken mit der Fassadengestaltung entsteht eine maximal belichtete, frei zu disponierende Zone von Aufenthaltsräumen, die sowohl für Gewerbe- als auch Wohnnutzungen geeignet ist. Durch Hinzunahme von Nutzungs- und Gestaltungselementen wird die Charakteristik der einzelnen Typologien variiert, ohne die Gesamtstruktur zu verändern. Für den Vertiefungsbereich werden 4 bzw. 5 verschiedene Typen vorgeschlagen , die neben den konventionellen Trennungen von Arbeiten und Wohnen auch Mischformen für beide Lebensbereiche anbieten. Aufgrund der einheitlichen Gebäudestruktur ist eine weitere Mischung und Verteilung der Nutzungen möglich, wodurch in der weiteren Projektentwicklung Anpassungen an den Bedarf einfach möglich sind.

Typ 1 - Home Office

„Öffentliche“ Loggien in jeder Etage schaffen für jede Wohneinheit einen separierten Gewerberaum, der mit einem Schaufenster zur Loggia und eigenem Eingang funktionierende Adressen in gestapelter Form ermöglicht. Die Ablesbarkeit in der Fassade mit der Möglichkeit der Eigenwerbung unterstützt die Fernwirkung der Gewerbeeinheit.

Typ 2 - Loft Living

Die zweigeschossigen, über Lufträume verbundenen Wohneinheiten erhalten dadurch Werkstattcharakter, die eine intensivere Büro- oder Ateliernutzung ermöglichen, ohne den Wohnkomfort einzuschränken. Von außen wird der Charakter durch  großformatige Fensterelemente im Bereich der Zweigeschossigkeit ablesbar.

Typ 3 - Startup Living

Als Wohngebäude mit untergeordneten Gewerbeflächen im Erdgeschoß bietet der Typ im Binnenbereich des Areals nach mindestens zwei Seiten belichtete Wohneinheiten jeder Größenordnung und mit jedem Zuschnitt bis ca. 120qm Nutzfläche für jene Zielgruppe an, die in dem kreativ urbanen Umfeld leben wollen. Loggien, Terrassen und Balkone verknüpfen den Privatbereich direkt mit dem öffentlichen Umfeld.

Typ 4 – Classic Urban Living

Direkt am Grünen Weg gelegen wird eine konventionelle horizontale Trennung von Büro- und Wohnflächen vorgeschlagen. Es werden in den ersten 3 Geschossen Büro- und Gewerbeflächen angesiedelt, die flexibel nutzbar sind. Vom Kombibüro über einzeln abtrennbare Büroeinheiten bis zum Einzelbüro sind alle Kombinationen denkbar. In den darüber liegenden Geschossen ermöglicht die einheitliche Gebäudestruktur Wohnungstypen entweder vom Typ  „start up Living“ oder „Home Office“.

Typ 5 - Shared Green Office

Das Puffergebäude als Schnittstelle zwischen Vulkangelände und dem Planungsgebiet „Grüner Weg“ ist als ökologisch ausgereiftes Bürogebäude speziellen Zuschnitts konzipiert. Über einen nicht beheizten, nach Südosten orientierten Wintergarten werden Büroflächen mit gemeinsamer Infrastruktur erschlossen. Bis zu tischgroße Einheiten können separat gemietet werden.

Freiraum

Um den einzigartigen Charakter des urbanen Stadtgefüges des Quartiers weiter zu entwickeln, wird das Wettbewerbsgebiet durch eine Raum-Collage aus befestigten und begrünten Flächen geprägt. Aufbauend auf der homogenen Bewegungs- und Fahrfläche des Quartiers werden um die einzelnen Haustypen differenzierte Freiraum-Zonen geschaffen, die je nach Nutzung im Erdgeschoss variieren. Eingangsbereiche werden mit großformatigen Kunststeinplatten befestigt, halböffentliche Grünflächen durch Vegetation gestaltet und private Gärten mit Hecken umgrenzt. Zwischen diesen gebäudegebundenen Freiflächen werden öffentliche Plätze, Spielbereiche und Grünflächen durch ein hierarchisches Wegesystem mit Wegebreiten zwischen 3 und 12 m erschlossen. Freie Baumgruppen und lineare Baumreihen schaffen gemeinsam mit der Möblierung wiedererkennbare und unterschiedlich thematisierte Bereiche.

Freitag, 9. Oktober 2009 by lorberpaul

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